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Restauration von minifon-Geräten
Wichtiger Hinweis:
Für die Reparatur / Restauration eines minifon–Gerätes ist
unbedingt folgendes notwendig:
- geeignetes Werkzeug,
- ein gutes Auge
ggf. eine gute Lupe
- eine ruhige Hand.
Bei den minifon-Geräten, die ich
bisher in die Hände bekam, bestätigte sich, dass alle Geräte defekt waren und
restauriert werden mussten!
Ausnahmslos waren die Gummiteile, Riemen wie
Reibrollen, elektronisch besonders bei den P55-Geräten die Koppelkondensatoren
betroffen.
Beim Mi51 gibt es Probleme mit den Bremsbelägen, dem Tonkopf sowie
Risse oder Brüche in dem mit dem Alter spröde gewordenen Kunststoff.
.jpg)
Restauration 4
Bei P55-Geräten findet sich häufig Oxydation und
Beschädigung der Magnesium-Abdeckung vorne oben über der Kathoden-Batterie durch
Ausgasung dieser Batterie.
Diese dem Alufraß ähnliche chemische Schädigung ist
auf Dauer kaum zu beheben.
Die vier grünen Füßchen, auf denen
die minifon-Geräte stehen, sind auch Teil des Batteriebodenbelages.
Die ersten Schritte, um das
minifon aus seinem Gehäuse zubekommen:
Dieses ist keine Anleitung zum Wechseln des Antriebsriemens, in aller
Regel ist mehr defekt als nur der Riemen.
! Ich selbst lehne jede Verantwortung solchen
Handelns ab !
Zunächst ist das eigentliche Gerät aus seinem Gehäuse zu nehmen:
So wird das eigentliche Gerät von dem Gehäuse gelöst:
Ähnliche Probleme ergeben sich mit dem Hantieren des
Tondrahtes selbst:
Eine verworrene Drahtspule ist fast immer verloren!
Der Tondraht sollte deshalb immer auf seinem (!) Spulenpaar bleiben!
Allgemein:
Die Arbeitschritte sind: 1. Abformen
2. Ein-/Durchfärben 3. Gießen
Et
voilá,
Maße aller minifon-Geräte:
Maße des Mi51:
Maße P55 Kunststoffgehäuse:
Maße P55 Metallgehäuse:
Maße minifon special:
Maße minifon attaché / hi-fi / 2,4: .jpg)
273_7343.JPG
attaché und hi-fi: Defekte Antriebsriemen, weniger häufig Beschädigung der inneren Reibräder.
Bei allen attaché ist der Gummibelag des Antriebsrades mit der Capstanwelle beschädigt, fast immer hat die Capstanandruckwelle das Antriebsrad eingedellt.
-Ärgerlich-
.jpg)
273_7348.JPG
Zumal diese Verformung
vermeidbar gewesen wäre, wenn man den Hinweis aus der Bedienungsanweisung
befolgt hätte
und das Gerät bei Nichtgebrauch in Stellung "stop" zu belassen!
.jpg)
276_7669.JPG
Ein deformiertes Reibrad
und Andruckrolle bedeuten den wirtschaftlichen Gau, wenn das Gerät nicht nur als
Sammelstück in der Vitrine stehen soll,
sondern auch zufrieden stellend
funktionierend vorführbereit sein soll.
Dieser/ses
Kunststoff/Gummi versprödet und kann leicht zerbröseln, besonders wenn das Gerät
lange Zeit auf seinen „eigenen Füßchen" gestanden hat..jpg)
Restauration 5
Eine mögliche Lösung
ist, neben dem verbliebenen Rest des originalen grünem Füßchen ein kleines
unauffälliges Gummifüßchen zu kleben.
Besonders beim Mi51/53 und dem P55
Kunststoffgerät ist dieses ohnehin sehr sinnvoll, weil sie hierdurch wesentlich
„standfester“ sind
und dadurch weniger leicht vom Tisch o. ä. rutschen können.
Hierauf muss man beim dem Alter der Geräte immer gefasst sein..jpg)
Restauration 6
Batteriefach der radio
combi rc.jpg)
Restauration 7
Ebenso von radio combi: Der Kunststoff wird im Laufe
der Zeit spröde, und bricht manchmal sogar von selbst..jpg)
Restauration 8
Schaumstoffe sind in aller Regel unabhängig von
der Lagerung völlig zerfallen..jpg)
Restauration 9
Ersatz ist kein Problem..jpg)
Restauration 10
Bei diesem Netz-/Ladegerät war der Gleichrichter
defekt. Bei Selen-Gleichrichten kommt dieses leider häufiger vor.
Sie können
aber leicht durch modernere Silizium-Gleichrichter mit ähnlicher Bauform ersetzt
werden.
Sehr häufig (bei P55 immer) ist bei einem minifon-Gerät unabhängig
von Typ und Baujahr der Riemen gerissen oder unbrauchbar.
Das Wechseln eines
Riemens ist nicht so ohne weiteres möglich!
Abgesehen davon hat das Werk beim
gleichen Modell unterschiedliche Riemen verbaut, oft abhängig vom verwendeten
Drehzahlregler.
Die einzig vertretbare Methode, einen Riemen zu ersetzen, ist
wohl das Zuschneiden und Kleben eines passenden Riemens.
Es besteht die
Gefahr, die feine Abstimmung des gesamten Antriebs zu dejustieren,
wenn man
durch weiteres Probieren einen Weg zu finden versucht, einen neuen Riemen
aufzulegen!
Für jene, die es
trotzdem versuchen möchten, und auch um hierbei die Faszination der filigranen
Feinmechanik kennen und schätzen zu lernen,
soll hierzu der erste Schritt, das
Zerlegen des Gerätes, erläutert werden.
Das stellt auch versierte Bastler vor
Probleme!
Ein versierter
„Feinmechaniker“ und erfahrener Bastler wird dann auch die weiteren
Montageschritte selbst finden.
Es ist wirklich zu beherzigen, dass man ohne
Sachkenntnisse auf verlorenem Posten steht..jpg)
Restauration 2
Allen minifon-Geräten gemein sind die
Geräteverschluss-Schrauben, für die man einen speziellen Schraubendreher
benötigt.
Unter dem roten Siegellack verbergen sich, je nach Modell, eine oder
zwei Schrauben, mit denen sich das Gerät vom Gehäuse trennen lässt.
Ist dieser
Lack schon entfernt, kann man immer davon ausgehen, dass jemand versucht hat,
ein defektes Gerät zu reparieren.
Es ist nach oben genannten Problemen sehr
fraglich, ob dieser Reparaturversuch erfolgreich war. .jpg)
Restauration 3
Zum Lösen dieser Schrauben wird unbedingt ein
genau passender spezieller Schraubendreher benötigt.
Diese Schrauben werden beim
späteren Zusammenbau wieder benötigt. Ein Ersetzen durch eine andersartige
Schraube ist kaum möglich!
Bei den Modellen P55
und special befindet sich auf dem Rändelrad für die Lautstärke eine etwas
breitere Einbuchtung.
Sie muss beim special auf „8“ oder beim P55 soweit nach
hinten gedreht werden, dass diese Einbuchtung zur Hälfte in dem Gehäuse
verschwindet.
Dann hebt man im großen Batteriefach die Kunststoff-Seitenteile,
an denen sich die Batteriepole befinden, etwa 10 bis 15mm an
und zieht dabei
vorsichtig das Gerät aus seiner unteren Gehäuseschale.
Es ist dabei immer darauf
zu achten, dass das Rändelrad sich nicht verklemmt!
Mit etwas Gefühl wird man
hier eine Stelle finden, an der sich das Rändelrad beim Zurückziehen mit dem
Gehäuse mitdrehen kann.
Beim Herausziehen aus der Schale wird gleichzeitig
auch die Drahtstopp-Lampe aus ihrem Sitz gezogen.
Spätestens hier wird man sich
darüber Gedanken machen müssen, wie man später das Gerät wieder in sein Gehäuse
bekommt.
Alle Drähtchen sind sehr dünn und „zerbrechlich“ . Aufgrund einer
besonderen Art der Isolierung ist ein Anlöten nicht einfach..jpg)
Restauration 11
Zum Größenvergleich auf dem Daumen abgebildet.
Leuchtdioden (LED) gab es noch
nicht. Solche rot gefärbten Miniaturlämpchen wurden für die Anzeige des Band-,
bzw. Drahtendes verwandt.
Wie viele Drahtton-Spulen sind in bester Absicht nur durch
eine einzige ungeschickte Bewegung unbrauchbar geworden!?.jpg)
Restauration 1
Der
Draht sollte, wenn irgend möglich, mit dem Vor- oder Nachlauffaden in den
Tonkopf eingelegtund wieder herausgenommen werden!
Der Draht hat ein
Gedächtnis: Er behält nicht nur Aufgezeichnetes, sondern jeden engeren Knick,
Knoten und Überdehnung.
Drahtspulen müssen immer (!) stramm aufgewickelt sein!
Verworrene
Drähte lassen sich in den wenigsten Fällen endwirren!
Das Verwenden oxidierter
Drähte führt zu vorzeitigem Verschleiß des Tonkopfes!Nachfertigung von
Emblemen
.jpg)
Restauration 12
Ob es nun „Plakettensammler“ oder normale Alterung des
Klebstoffes waren, häufig fehlen diese Modell-Plaketten auf den
minifon-Gehäusedeckeln.
Mühsam aber möglich ist die Nachfertigung solcher
Plaketten, wenn ein Muster vorhanden ist!
Bis auf das aufwändig gefertigte
Emblem des P55 habe ich einige Embleme nachgefertigt.
Wie ich dabei
vorgegangen bin, möchte ich hier beschreiben:
1. Abformen
2. Ein/Durchfärben
3. Gießen
4.
Lackieren
Zum
Abformen benötigt man neben diversen Hilfsmitteln eine Plakette (im Folgenden
Muster-Plakette genannt), die man abformen kann, sowie Abformmasse.
Ich habe
mit Abformmasse auf Silikonbasis gute Ergebnisse erzielt. Ein Trennmittel ist
hierfür nicht notwendig..jpg)
276_7696.JPG
Die Musterplakette wird
gereinigt und mit der Unterseite (Kleberseite) nach unten in ein glattes, ebenes
Gefäß, z.B. auf den Deckel eines Einmachglases, gelegt.
Klebstoffreste müssen
nicht extra entfernt werden, wodurch für das wertvolle Muster keine Bruchgefahr
besteht.
Nun wird die Abformmasse mit dem Vernetzungsmittel vermischt.
Ich
habe für eine Plakette ca. 50 Gramm Abformmasse mit 3% Vernetzungsmittel
benutzt. Diese Angaben können je nach Hersteller variieren.
Nach intensivem
Verrühren hat man eine Topfzeit von ca. 15 bis max. 30 Minuten.
Innerhalb
dieser Zeit wird die Abformmasse langsam, damit etwaige Luftblasen sich nicht
auf der Musterplakette festsetzen können,
von einem Ende der Plakette zum
anderen Ende über die Musterplakette gegossen.
Dieses kann man mehrere Male
wiederholen, bis sich auf der Musterplakette ein kleiner „Abformmassen-Berg“
gebildet hat.
Bevor der Vernetzungsprozess beginnen kann, wird dieser
Abformberg mit einer schwereren glatten Fläche flachgedrückt und etwa 12 Stunden
oder über Nacht in dieser Position belassen.
Nach 24 Stunden ist der
Vernetzungsprozess bei 18-20 Grad °C abgeschlossen.
Höhere Temperaturen
beschleunigen die Reaktion.
Nun wird das Sandwich aus unterer
Platte-Plakette-Abformmasse-Obere Fläche gemeinsam um 180 Grad gewendet und
abgelegt.
Die jetzt oben liegende Fläche kann nun leicht abgehoben werden.
Zu
sehen ist nun die untere Seite der Musterplakette, die an einigen Stellen von
der Abformmasse unterlaufen wurde.
Nun wird es spannend: Hält man nur noch
die feste Abformmasse mit der „eingelegten“ Plakette in der Hand, muss man sehr
sorgfältig versuchen, diese aus ihrem Abformbett zu lösen.
Gelingt dieses nicht
sofort, kann man mit einer spitzen Schere an geeigneten Stellen Einschnitte
vornehmen, so dass es möglich wird, die Musterplakette ganz zu lösen.
Mit
einer feinen Schere versucht man nun, die erhaltene Form an ihren inneren Seiten
zu versäubern.
Wenn jetzt mit Argus-Augen keine Luftbläschen, Risse, zu
geringe Materialstärke oder andere Gemeinheiten zu entdecken sind, sind wir
unserm Ziel ein gutes Stück näher gekommen.
Ich ziehe das Durchfärben einer Lackierung vor.
Dafür muss der richtige Farbton,
etwa „Elfenbein“ durch Mischen hergestellt werden.
Damit sich die so
hergestellte Farbe mit dem Polyester-Gießharz sicher verträgt, habe ich
Farbkonzentrat für Giesharz aus dem Fachhandel benutzt.
Der richtige Farbton
ist nicht leicht herzustellen. Ich habe das beste Ergebnis mit einigen Tröpfchen
weiß und einer ganz geringen Spur gelb erzielt.
Die Farbe ist äußerst
ergiebig, es genügt nur sehr wenig Farbe, die dem Gießharz zugegeben, um dieses
völlig durchzufärben!
.jpg)
277_7774.JPG
Eine abgeschätzte Menge durchgefärbten Gießharzes wird
abermals sehr langsam in der Form verteilt, so dass sich keine Luftbläschen
festsetzen können..jpg)
Restauration 13
Der Augenblick der Wahrheit, wie sind
die Gießlinge geworden?
Stimmt der Farbton? Gibt es Lufteinschlüsse? Ist der
Abdruck vollständig?
Ist alles in Ordnung, kann der Gießling vorsichtig
(Bruchgefahr!) verputzt werden..jpg)
IMG_0299
So ist aus dem Gießling eine Plakette geworden, die
nun noch versäubert und „vergoldet“ werden möchte.
Da nur die erhabenen
Stellen der Plakette lackiert werden sollen, gibt man etwas goldene Farbe, z.B
von Revell, auf eine geeignete Unterlage.
Möglichst zügig, damit die Farbe nicht schon angesogen hat,
„stempelt“ man die Plakette mit der Schriftseite nach unten in das goldene
„Farbbett“.
Sind in der Plakette Fehlstellen geblieben kann man am besten „nass
in nass“ mit dem feinsten Pinsel nachtupfen.
.jpg)
IMG_0243
der
Lohn der Mühen!
Breite: 11cm
Länge: 17cm
Höhe: 3,8cm
Breite: 10,1cm
Länge: 17,1cm
Höhe: 3,8cm
Breite: 10,3cm
Länge: 17,7cm
Höhe: 4,1cm
Breite: 10,3cm
Länge: 17,7cm
Höhe: 4,1cm
Breite: 10,3cm
Länge: 17,7cm
AHöhe: 4,1cm
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