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Das minifon als Zeitzeuge
Das minifon-Gerät als Kind seiner Zeit
Das minifon-Gerät selbst ist in
der Zeit, in die es geboren wurde, ein Zeugnis dieser Zeit:
Es herrschte
immer noch Krieg.
Wenn auch keine tödlichen Waffen mehr eingesetzt wurden, so
ging es immer noch um Vorherrschaft, Macht, Grenzverläufe und gesellschaftliche
Modelle.
Um diese Interessen, notfalls auch militärisch, durchsetzen zu können,
stand in beiden Machtblöcken, Ost wie West, ein riesiges Arsenal tödlicher
Waffen zum Einsatz bereit.
Ausgerechnet quer durch Deutschland ging die vor
Spannung knisternde Grenze dieser Machtblöcke.
Die Geschichtsbücher zeigen, wie
selbstverständlich es zu jener Zeit war, sich vor dem „Gegner“ einen „Vorteil“
zu verschaffen, so klein er auch sei.
So bot das minifon-Gerät, wenn man es vor
diesem Hintergrund bewertet, einige sehr brauchbare Eigenschaften:
So genannter kalter Krieg, Entwicklung der Miniaturverstärkerröhre z. B. für Hörgeräte
Mi51/53
1951- 1955
- Es war klein.
- Seine ununterbrochene Aufnahmedauer war
enorm.
- Spezielles Zubehör machte es für verdeckte Aufnahmen ideal.
Etwa 1948 Entwicklung des Transistors, ab etwa 1954 auf dem Markt
P55 1955
- 1960
- Der Tischlautsprecher enthielt 1955 (!) bereits einen
transistorisierten Verstärker!
- Ausweitung des Zubehörs für verdeckte
Aufnahmen
Trotz moderner Transistortechnik weitere Nutzung des Drahttons, um möglichst lange Aufnahmezeiten zu erzielen.
special
1959 – 1960
- voll tranistorisiert
- bis zu 5 (!) Stunden ununterbrochene
Aufnahmedauer möglich
- Ausweitung des Zubehörs für verdeckte Aufnahmen
Moderne Transistortechnik, Nutzung der schnellen Entwicklung der Tonbandtechnik, bis hin zum minifon hi-fi mit ausgewähltem zu einer Zeit, als es die Hi-Fi-Norm (45500) noch gar nicht gab!
attaché
1959 – 1960
- volltransistorisiert
- Schnellwechsel-Kassette, Jahre vor
der Markteinführung von Philips
- z.T. Hi-Fi tauglich
- breite
Zubehörpalette, z.B. hi-fi-Mikrofon (Sennheiser MD-21)
- Grundstein für ein
elektrisches Diktatsystem, automatisches mehrkanaliges Diktatsystem durch
Anrufbeantworter
Das Tonband / der Tondraht als „Zeitzeuge"
Ganz plötzlich und unerwartet bin ich beim Abhören
einer minifon-Aufnahme in eine Welt gestoßen worden, die mich tief bewegt:
Zu
hören war ein Bericht, der anhand von Originalaufnahmen die Beschreibung der
letzten Monate deutscher Soldaten im „Kessel" von Stalingrad 1942/43
schildert.
Dieses so authentisch zu hören hat mich zutiefst bewegt!
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Bild 1
Originalaufnahmen des
Weihnachtsfestes ´42 ...ein Weihnachtsbaum aus „ Gestrüpp und Staniol...".
Die
Worte des Militärgeistlichen, die dann nicht mehr zu verstehen sind. Von hier an
konnte ich nicht weiter hören.
Ich bin 1959 geboren und habe meinen Großvater
nie kennen gelernt. Er „fiel" in Russland.
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Bild 2
Ein ergreifendes Tondokument, was auch ein Sammler nur
selten findet.
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