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              minifon „L“ und „S“ – Typen

Bei der Entwicklung der minifon-Modelle Mi51/53 war neben der Kompaktheit die maximale Aufnahmezeit oberstes Ziel.
Man begrenzte deshalb die Drahtgeschwindigkeit auf ein Niveau, auf dem die Sprachverständlichkeit gut ausreichend war
und erhöhte hiermit die maximal erzielbare ununterbrochene Aufnahmedauer.
Dieser Kompromiss ergab einen Frequenzgang bis ca. 3500/4000 Hz.
Bei den nachfolgenden minifon Drahttonmodellen ging man deshalb zweigleisig vor:
Bei den ersten P55-Geräten mit Kunststoffgehäuse war die Aufnahmegeschwindigkeit am Gerät selbst umschaltbar.

Bild 3.3.1.jpg
3.3.1
Umschalter vorne links
Auf der Frontseite gab es einen zur Hälfte aufklappbaren Drehschalter.
Er war um 45 Grad drehbar:
In Stellung auf den „Violinschlüssel“ gedreht, war die Drahtgeschwindigkeit höher und ließ somit eine etwas bessere Tonqualität zu,
deshalb wohl auch der „Notenschlüssel“ aus dem Musikbereich.
In Stellung auf „DICT.“ wurde die Drahtgeschwindigkeit gesenkt.
„DICT.“ stand hier für Diktat, womit Aufnahmen von menschlicher Sprache gemeint waren.
Der Frequenzumfang des gesprochenen Wortes ist nicht sehr hoch.
Eine gute Verständlichkeit ist mit einer verringerten Drahtgeschwindigkeit somit völlig ausreichend (siehe 3.1 P55 Kunststoff).

Mit dem Modellwechsel zum P55 im Metallgehäuse verzichtete man wieder auf die am Gerät umschaltbare Drahtgeschwindigkeit.
Von nun an gab es bis zum minifon special jeweils 2 Gerätevarianten:
- die „L“ – Ausführung und die
- „S“ –Ausführung.

Der Käufer musste sich also darüber im Klaren sein, wie wichtig ihm für seinen Verwendungszweck eine etwas bessere Tonqualität oder eine möglichst lange Aufnahmedauer war.
Die minifon „S“ -und „L“ -Varianten unterscheiden sich äußerlich nur durch ihre unterschiedlichen Laufzeitanzeigen.
Beim „S“ – Modell reicht die Skala bis 90 (min) beim „L“ - Modell bis 135 (min).

Bild 3.3.2.jpg
3.3.2
P55 „S“-Ausführung“. Der „Zeitbalken“ reicht bis 90 (Minuten).

Bild 3.3.3.jpg
3.3.3
Der Zählbalken reicht bis 135 (Minuten). Es handelt sich also um eine „L“-Version, die mit dem roten Logo sehr selten ist.
Sollte die maximal mögliche Laufzeitanzeige von 90 bzw. 135 Minuten überschritten werden,
beginnt die Anzeige von vorn. Der aktuelle Zählerstand ist dann einfach hinzu zu addieren.

Bild 3.3.4.jpg
3.3.4
Beim demontierten Gerät sind die unterschiedlichen Ausführungen durch einen großen rot gestempelten Buchstaben im Gehäuseboden zu erkennen.
Somit steht eindeutig fest, dass auch „drin ist was darauf steht“.
Dieses P55 ist die „Langspiel“–Version.
Durch den Umstand, dass zwei minifone mit unterschiedlicher Drahtgeschwindigkeit angeboten wurden,
wurde auch den hieraus resultierenden unterschiedlichen Aufnahmekapazitäten gleich langer Drähte auf den Spulen Rechnung getragen:
Jede Drahtspule, mit Ausnahme der metallenen Spulen der Mi51/53, wurde mit zwei Kapazitätsangaben in zwei Farben bedruckt.

Bild 3.3.5.jpg
3.3.5
Hier ist der Aufdruck gut zu sehen:
S (Standard) 80 (Minuten)/ L (Langzeit) 120 (Minuten)“.
Es gab folgende Spulen:
S20 – L30 (P55 und special)
S60 – L90 (P55 und special)
S80 – L120 (P55 und special)
S100 – L150 (P55 und special)
S140 – L210 (P55 und special)
S - - L300 (P55 und special) = 5 Stunden!
Die Angaben bezeichnen die Aufnahmedauer in Minuten.
Die Geräte in „L“-Ausführung haben also eine um 50% längere erzielbare Aufnahmekapazität bei gleicher Drahtlänge als die „Standardmodelle“ .


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